Gesundheit
Neurodermitis

Neurodermitis ist eine weit verbreitete Hautkrankheit und oft sehr schmerzhaft für die Betroffenen. Am schlimmsten ist für die meisten der ständige Juckreiz. Obwohl keine verlässlichen Heilmethoden bekannt sind, kann man doch einiges tun, um die Symptome zu lindern.
"Am schlimmsten ist der ständige Juckreiz"
Besonders schlimm ist es in den Gelenken wie Ellenbogen oder in der Kniekehle. Da kann der Juckreiz eine echte Qual sein. Oft kann ich nachts nicht einschlafen, so sehr schmerzt es, sagt Julia (15).
Neurodermitis-Haut ist trockener als normale Haut. Sie verfügt über weniger Feuchtigkeit und Hautfett als erforderlich. Deshalb ist die Haut oft rau und neigt zur Schuppung. Bei Betroffenen macht sich dies in einem permanenten Juckreiz bemerkbar. Sie kratzen sich die Haut oft wund oder gar blutig und machen damit das Problem noch schlimmer: Die Haut verliert dadurch ihre wichtige Funktion als Schutzschild gegen schädliche Umweltstoffe und weist Störungen im Bereich der Schweißbildung, Hautdurchblutung und Temperaturregelung auf. Das bedeutet, dass die Haut, da sie zerstört ist, keinen oder nicht genug Schweiß absondern kann. Weiterhin wird sie durch die Zerstörung nicht richtig durchblutet und kann sich nicht optimal gegen Kälte und Wärme schützen. Als Folgeerscheinung juckt sie noch mehr: Ein elendiger Kreislauf beginnt.
Was bedeutet genau "Neurodermitis"?
Das Wort Neurodermitis kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt Hautentzündung. Neurodermitis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten überhaupt. Insgesamt leiden allein in Deutschland zwischen zwei und zehn Prozent der Bevölkerung unterschiedlich stark daran. Besonders betroffen sind Kinder: Insgesamt geht man von rund drei Millionen betroffenen Minderjährigen aus. Bei den Vorschulkindern liegt die Rate sogar bei bis zu 12% (fast jeder Achte).
Und sogar jeder fünfte Jugendliche in Deutschland sei an Neurodermitis erkrankt, berichtet Hautärztin Dr. A. Wülfing.
Ursachen von Neurodermitis
Ursache der Krankheit ist eine überschüssige Abwehrreaktion des Körpers gegen bestimmte Umweltstoffe. Da es ganz banale Stoffe aus dem täglichen Leben sein können, ist auch die Behandlung so schwierig. Plötzlich reagiert der Körper übertrieben auf bestimmte Stoffe wie Nahrungsmittel, Hausstaub oder Blütenpollen und bildet zu viele Antikörper. Dadurch entzündet sich die Haut. Ausgelöst wird die Krankheit durch genetische Faktoren, Umwelteinflüsse oder psychische Störungen. Im Einzelfall wirken mehrere Faktoren zusammen, sodass die Suche nach der Krankheitsursache meist mühsam und langwierig ist.
Was kann man gegen Neurodermitis tun?
Eine 100%ig verlässlich wirksame Therapie gegen Neurodermitis gibt es leider nicht. Dennoch können akute Hautveränderungen behandelt und in ihrer Stärke abgeschwächt werden. Allein das Angebot an Medikamenten ist riesig: Für die äußere Behandlung der Haut gibt es Salben, Cremes und Emulsionen, für die innere Behandlung Tabletten oder Infusionen. Welches Medikament am wirksamsten ist, ist bei jedem unterschiedlich. Eine ausführliche Beratung und Betreuung vom Hautarzt ist deshalb unbedingt nötig, da nicht immer das erste Mittel entsprechende Linderung bringt. Aber auch für den Alltag gibt es einige hilfreiche Tipps zur Behandlung und Vorbeugung von Neurodermitis. So sollte man zum Beispiel keine aggressiven Seifen und Waschmittel verwenden. Stattdessen sollte der Haut Feuchtigkeit zugeführt werden. Hierfür eignen sich vor allem harnstoffhaltige Pflegeprodukte oder spezielle medizinische Bäder. Gegen den Juckreiz hilft in bestimmten Fällen auch autogenes Training oder anderes Entspannungstraining.


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Kommentare zu diesem Artikel
Anne-Menden-Fan sagt
Ich bekomme das jetzt nur noch im Winter sonst hab ich halt Heushnupfen :(
08. April 2010 um 13:58 Kommentar melden