Gesundheit
Brennpunkt Raucherclub

Ein Samstagabend ohne ein oder zwei Zigaretten? Für viele ein Ding der Unmöglichkeit. Aber: Durch das Rauchverbot ist öffentliches Qualmen schwieriger geworden. Viele Clubs und Kneipen greifen deshalb zu einem Trick.
Jonathan kann die ganze Aufregung überhaupt nicht verstehen: „Dass ich jetzt andauernd irgendwelche Formulare ausfüllen muss, um in eine Disco reinzukommen, stört mich schon“. Der 19-Jährige ist sichtlich genervt: „Was soll das Ganze? Jeder soll tun und lassen können, was er will.“ Falsch! Findet zumindest sein Kumpel Dennis. „Der ganze Qualm nervt und brennt mir in den Augen“, sagt er mit fester Stimme: „Außerdem stinke ich hinterher immer wie ein altes Kohlekraftwerk, und gesund ist es ja auch nicht unbedingt.“
Raucher? Bitte hier unterschreiben!
Gemeinsam sind die beiden häufig in der Düsseldorfer Altstadt unterwegs. An der längsten Theke der Welt wird weiter heftig gequalmt. Viele der über 200 Altstadt-Clubs und -Pinten sind jetzt offiziell Raucherclubs. Nur denjenigen Besuchern wird hier Einlass gewährt, die sich schriftlich mit der Anwesenheit des blauen Dunstes einverstanden erklären. Auch in anderen Städten haben sich schon viele Raucherclubs gegründet. Allein in München soll es schon 800 solcher verschworenen Paffgemeinschaften geben. Dabei unterscheidet sich das Ausmaß des Rauchverbots von Bundesland zu Bundesland. Auf eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland konnten sich die Politiker in den vergangenen Jahren nicht einigen.
„Nimm gefälligst Rücksicht“
Klar, wer ab und zu mal einen Glimmstängel aus der Jackentasche zaubert, ist weiterhin gesellschaftsfähig. Darüber sind sich Dennis und Jonathan einig. Der springende Punkt ist aber: Rauchen ist extrem schädlich – nicht nur für die eigene Lunge, sondern auch für die der anwesenden Passivraucher. Wirte und Bedienungen in Raucher-Gaststätten sind so ebenfalls ständig dem Dampf ihrer Mitmenschen ausgesetzt – unabhängig davon, ob sie selbst rauchen oder nicht. Ein allgemeines Rauchverbot, ohne Ausnahmen, hält Dennis deshalb für sinnvoll. Am besten in ganz Deutschland. „Was John zuhause macht, überlasse ich ihm“, grinst er sein Gegenüber an: „Aber wenn wir unterwegs sind, sollte er ruhig mal Rücksicht auf mich - und andere - nehmen.“ Doch wird Dennis’ Wunsch wohl nicht Erfüllung gehen. Die bayerische Landesregierung zum Beispiel hat sich erst kürzlich darauf geeinigt, das Rauchverbot wieder zu lockern…


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