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Gesundheit

Das nervt: Tinnitus

17.12.08 0 Kommentare Bewertungen (11) Aufrufe: 2361

Wenn es im Ohr ohne äußere Geräuschquelle rauscht, brummt oder pfeift, sprechen Mediziner von einem Tinnitus. Auch Stars wie Phil Collins, Sting oder Keanu Reeves leiden darunter. spleens hat genau hingehört.

"Nach einem Konzertbesuch haben mir heftig die Ohren geklingelt. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber als es am nächsten Morgen nicht besser wurde, ist mir mulmig geworden", erinnert sich Sven (16). "Meine Freundin hat sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt und mich gedrängt, zum Arzt zu gehen", erzählt er. "Dort habe ich ein durchblutungsförderndes Medikament für die Ohren bekommen und das Klingeln war tatsächlich nach ein paar Tagen verschwunden", berichtet er erleichtert.

Keine Zeit verlieren

Nach Schätzungen der Deutschen Tinnitus-Liga hat jeder vierte Deutsche schon mal Ohrgeräusche gehabt. Sven hat schnell reagiert und ist von seinem Ohrgeräusch befreit worden. Wird ein Tinnitus nicht rechtzeitig behandelt, kann er chronisch werden und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Das ständige Geräusch zehrt an den Nerven und kann zu Konzentrationsschwächen und Schlafstörungen führen. Betroffene müssen in einer langen Therapie lernen, die störenden Töne zu überhören. Denn loswerden sie sie nicht mehr. Bei Problemen daher möglichst umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wunderwerk Gehör

Es lohnt sich, sorgsam mit seinem Gehör umzugehen. Es ist der aktivste der menschlichen Sinne: Das Gehör nimmt unsere Umwelt 24 Stunden am Tag wahr, auch nachts im Schlaf. Es nimmt Umweltgeräusche, die aus Schallwellen bestehen, beständig auf und leitet sie an das Gehirn weiter. Dort werden sie dann verarbeitet. Der Mensch ist in der Lage, ganz leise Geräusche zu hören, aber auch Untertöne in Stimmen heraus zu filtern. Oft ist einem gar nicht bewusst, wie stark wir andere Menschen und unsere Umwelt über das Gehör erleben. Das empfindliche Sinnesorgan ist sehr komplex aufgebaut und beispielsweise auch für den Gleichgewichtssinn wichtig.

Vielfältige Ursachen

Tinnitus ist mehrheitlich keine Krankheit, sondern das Symptom einer Erkrankung, ähnlich wie der Schmerz. Gerade bei Jugendlichen ist ein zu hoher Lärmpegel häufig Auslöser. Für viele gehört Musik zum Leben. Dank MP3-Player sind die Lieblingssongs immer im Ohr. Auch beim Besuch von Kneipen, Restaurants oder Fitnessclubs gibt es "was auf die Ohren". Dabei ist die Grenze zwischen Genuss und Gesundheitsrisiko bei lauter Musik oft fließend: In Clubs oder Diskotheken sind Lautstärken von 110 Dezibel und mehr üblich, die am Arbeitsplatz schon als Lärmbelästigung und Gefahrenquelle gelten.

Ab 120 Dezibel aufwärts drohen dem Gehör direkte Schäden. In großen Fußballstadien tröten Fans schon mal mit 130 Dezibel. Und damit erreichen sie die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs - fast genauso laut übrigens, wie ein Düsenjet! Spielzeugpistolen mit einem Pegel von bis zu 180 Dezibel treiben den Lärm auf die Spitze. Ihr Knall steht dem von Bundeswehr-Gewehren nicht nach, warnt die Fördergemeinschaft Gutes Hören. Es ist aber falsch, die Auslöser nur bei lauter Musik oder einer hohen Geräuscheinwirkung zu suchen. Gleichzeitig ist Tinnitus ein Warnsignal für Überlastung im körperlichen oder seelischen Bereich. Wer das lästige Geräusch hört, hat häufig im wahrsten Sinne des Wortes zu viel um die Ohren. Neben Stress können auch Entzündungen des Ohres und Infekte dazu führen.

Hörschäden vorbeugen

Trotz medizinischer und technischer Fortschritte: Ein geschädigtes Gehör lässt sich nicht vollkommen wiederherstellen. Sven ist nach seinem Erlebnis kritischer geworden. Den Besuch in Diskos oder von Konzerten seiner Lieblingsband genießt er nach wie vor. Doch jetzt hat er immer zwei Paar Ohrstöpsel dabei, die es z.B. in der Apotheke gibt - eins für sich und eins für seine Freundin. Ursprünglich als "uncool" angesehen, erkennen immer mehr Club- und Konzertbesucher den Nutzen der Ohrstöpsel. Zum einen wird das Gehör weder belastet noch geschädigt, zum anderen kann die Musik wesentlich besser wahrgenommen werden als bei voller Beschallung: Einzelne Instrumente und Gesang klingen sogar differenzierter und klarer. So macht der Konzertbesuch gleich doppelt Spaß. Probier´s ruhig mal aus.

Hier gibt´s weitere Infos im Web:

www.tinnitus-liga.de

www.hoeren-heute.de

www.klassenarbeiten.de


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