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Die Pechsträhne!

10.12.08 0 Kommentare Bewertungen (8) Aufrufe: 960

Das Leben ist kein Wunschkonzert! Nicht immer läuft alles so, wie man es sich vorstellt. Mitunter geht einfach alles schief. Lena, Lars und Timo erzählen über ihr Date mit dem Pech und wie sie ihm entkommen sind.

Als Lena (17) am Samstag aus der Disco kommt, bemerkt sie, dass ihr Lieblingsarmband - ein Andenken an ihre Großmutter - nicht mehr am Handgelenk zu finden ist. Sie sucht alles noch einmal gründlich ab, fragt sogar in der Disco nach, ob es gefunden wurde. Fehlanzeige. "Zuerst habe ich mich total geärgert, dann war ich einfach nur noch traurig", erinnert sich Lena. Doch damit nicht genug! Plötzlich lässt sie ständig Dinge fallen, macht Geschirr kaputt, stößt sich an Türen. "Alles, was ich anrühre, geht schief", erzählt sie. Der Fall ist klar: Lena hat eine Pechsträhne!

Die Pechsträhne

Laut Wörterbuch handelt es sich bei der Pechsträhne um "eine Reihe von unglücklichen Zufällen". Da glaubt man also, dass jegliches Glück Reißaus genommen hat, dabei sind all die Missgeschicke nur ein dummer Zufall? Betroffenen, die auch schon mal als Pechvögel bezeichnet werden, wird durch diese Zufälle das Leben ganz schön schwer gemacht. Gedanken wie: "Warum ich?" oder "Ich bin vom Pech verfolgt", schießen einem durch den Kopf, den man sich wahrscheinlich direkt zuvor noch an einer Schranktür gestoßen hat. Die gute Nachricht: Man steht nicht alleine da. Eine Pechsträhne hatte jeder schon einmal - mindestens.

Timo - vom Pech verfolgt

Timos Missgeschicke sind nicht nur unheimlich ärgerlich, sie verursachen dem 18-jährigen Schüler auch eine Menge Kosten: Beim Einparkversuch mit seinem neuen Wagen fährt er versehentlich in ein anderes parkendes Fahrzeug. Zu allem Unglück ist das auch noch ein teures Cabrio. Seine Autoversicherung steigt gnadenlos in die Höhe und auch die Reparatur seines eigenen Vehikels will bezahlt werden. Gut, wenn man wie Timo einen Nebenjob hat - schlecht, wenn man kurze Zeit nach dem Unfall diesen Job verliert.

"Ich war total am Ende", erinnert sich der Unglücksrabe nach der Kündigung. "Ich hatte keine Ahnung, was ich noch machen sollte." Als er sich frustriert aufs Bett warf, um über alles nachzudenken, landete er ausgerechnet auf seiner Lieblings-CD, die danach reif für die Mülltonne war. "Das war der sprichwörtliche 'Tropfen auf den heißen Stein'", sagt Timo, der sich daraufhin in seinem Zimmer regelrecht einigelte, aus Angst, wieder etwas anzurichten.

Geh' dem Leben nicht aus dem Weg!

Rückzug ist keine Lösung. Fürchtet man sich erst einmal vor dem Pech, bietet man ihm eine noch größere Angriffsfläche: Alle Gedanken sind bei der Angst, wieder einen Fehler zu machen. Die Folge: Man kann sich nicht richtig konzentrieren und ist abgelenkt. Besser, man vergisst die Pechsträhne und macht einfach weiter, wie gehabt.

... und Lars?

Auch der 15-jährige Lars ist derzeit alles andere als ein Glückskind: In der Schule ist seine Versetzung gefährdet, seine Freundin verlässt ihn ohne Angabe von Gründen und zu guter Letzt bricht noch ein riesiger Streit mit seinem besten Freund aus. Und all' das binnen eines Monats. "Ich bin der Überzeugung, dass das Pech irgendwie zusammen hängt", vermutet Lars. "Meine Laune wurde immer schlechter, ich wurde immer zickiger. Vielleicht habe ich mich deshalb um alles und mit jedem gestritten."

Dass es so nicht weitergeht, ist dem Schüler seit langem bewusst. Zeit, die Pechsträhne einfach abzuschneiden.

Cut!

Und das geht manchmal leichter, als man denkt. Pechsträhnen gehen genauso, wie sie gekommen sind: langsam und ganz von allein. Lars und Lena haben irgendwann überhaupt nicht mehr daran gedacht, dass eine Menge schief gegangen ist - und schnell war die Welt wieder in Ordnung. Timo brauchte etwas länger, bis er neuen Mut gefasst hat. "Nach einigen Wochen Trübsal, musste es ja irgendwie weiter gehen", erinnert er sich. "Ich musste meinen Wagen reparieren lassen, mir einen neuen Nebenjob suchen und mich auf mein Fachabi vorbereiten." Er war viel zu beschäftigt, um über sein Unglück nachzudenken. Und wie bei allen anderen Menschen, hat auch diese Pechsträhne ein Ende genommen.

"Im Nachhinein hat es etwas von Slapstick", bemerkt Lena: "Jetzt kann man endlich über die Dinge lachen, die passiert sind." "Nun, dass meine Freundin Schluss gemacht hat, darüber kann ich immer noch nicht lachen", kontert Lars, "aber der Streit mit meinem Freund hatte schon etwas komisches und die Versetzung habe ich letzten Endes auch geschafft."


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