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Gesundheit

Du riskierst ‘ne dicke Lippe!

04.03.11 0 Kommentare Bewertungen (0) Aufrufe: 1706

Foto: iStockphoto

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Was haben eine Erdnuss und eine Karotte gemeinsam? Beide sind eigentlich ganz lecker, auf jeden Fall sehr gesund – manchmal aber auch für Schwellungen und Schweißausbrüche verantwortlich.

Allergie zum Quadrat

„Ich hatte oft Durchfall und mir wurde übel“, erzählt ein 17-Jähriger in einem Onlineforum für Allergiker. Also ging er zum Arzt. Und was da rauskam, „hat mich erst mal von den Füßen gerissen. Ich habe eine Allergie gegen Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer, Kamut, Roggen, Amaranth, Ei, Rosenkohl, Rotkohl, Helim, Kefir, Kuhmilch, gekochte Milch, Mohn, Mandel, Kaffee und Vanille.“ Heftig! Aber eben nicht unmöglich. Wahr ist: Auf fast jeden Bestandteil im Mittagessen kann unser Körper allergisch reagieren. Dann bilden sich blitzschnell Ausschläge auf der Haut, die Lippen prickeln unangenehm oder schwellen an, die Nase läuft wie verrückt. Oder es kommt zu Durchfall, Magenkrämpfen und Erbrechen.  

Mehr noch: „Nahrungsmittelallergien können sehr gefährlich sein“, betont der Bremer Allergologe Dr. Wolfgang Soldan. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Allergieschock, bei dem der Betroffene sogar das Bewusstsein verlieren kann. Dann sind bei allen Beteiligten Handlungsschnelligkeit – und ein Tastendruck auf die Notrufnummer 112 – gefragt.  

Die Schurken unter den Leckereien

Der ärgste Bösewicht: die Erdnuss. Auf die eigentlich knackigen Vitaminbomben reagieren rund 10 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland allergisch. Grundsätzlich, betont das angesehene Robert-Koch-Institut in Berlin, sind Allergien das häufigste Gesundheitsproblem im Jugendalter. Viele wissen dabei gar nichts von ihrer Hyperempfindlichkeit.  

Wer häufig nach großer Schlemmerei oder kleinem Snack körperliche Beschwerden verspürt, sollte das deshalb am besten notieren – in einer Art Allergietagebuch – und damit zum Facharzt gehen. Mit einem Pricktest auf der Haut und anderen Untersuchungen kann er dann eine verlässliche Diagnose stellen. Übrigens reagieren Menschen, die eine Pollenallergie haben, mitunter auch allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel wie Äpfel oder Erdbeeren.  

Hilfe, ich bin Allergiker!

Ratlos war auch das Mädchen, das eines Tages in der Praxis von Allergieexperte Soldan erschien. Warum nur verschlimmerte sich ihr Asthma ausgerechnet nach Geburtstagspartys immer so? Die Lösung verbarg sich in kleinsten Dosierungen in den bunten Schokolinsen, Eiskugeln und Nougatstückchen. Das Mädchen hatte gleichzeitig eine Erdnussallergie. Deswegen muss sie jetzt ganz pingelig auf jede Verpackungsangabe achten, aufpassen, dass im Gutenmorgenmüsli auch wirklich keine Spuren von Nüssen enthalten sind.

Für alle Nahrungsmittelallergiker ist deshalb auch in Restaurant oder Schulkantine ein höfliches, aber bestimmtes Nachfragen absolut notwendig. Ist ein Krankmacher trotzdem mal die Speiseröhre hinuntergerutscht, hilft der Griff zum Notfallset. Denn egal, ob Schule oder Party: Die vom Arzt empfohlenen Sprays, Tabletten und Tropfen sollten auf jeden Fall mitkommen.


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