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Klatsch und Tratsch

Fast jeder macht es, aber niemand spricht gerne darüber. Das Reden über Dritte macht Spaß, hat jedoch ein schlechtes Image. Jetzt ist Entwarnung angesagt. Tratschen ist wichtig und sogar gesund. spleens verrät, warum.
Kein Gerücht: Tratschen ist besser als sein Ruf. Das Reden über Personen, die nicht anwesend sind, erfüllt eine wichtige Funktion: Wer tratscht, rückt näher zusammen, vertraut sich einander an und teilt ein Geheimnis. Es geht nicht nur um Informationen, es geht um Meinungen und Gefühle. Das Reden über Dritte stärkt den Zusammenhalt und bindet Menschen aneinander. Diese Nachricht wird nicht nur Julia (16) beruhigen. "Ja, ich lästere auch schon mal. Es ist nicht nett, passiert aber einfach. Manchmal habe ich dabei ein schlechtes Gewissen", gesteht sie.
Lernen durch Tratschen
Die Gerüchteküche brodelt, ob in der Schule, beim Treffen mit der Clique oder während des Shoppings mit der besten Freundin. Das hat seinen Sinn. Wer über Fehler einer anderen Person spricht, braucht sie nicht selbst zu machen. Klatsch und Tratsch helfen, über das eigene Leben nachzudenken. Wie konnte das bloß passieren? Möchte ich auch so sein? Diese Fragen erleichtern es, Entscheidungen zu treffen, das eigene Verhalten zu hinterfragen und sich in der Gesellschaft zu orientieren.
Tratschen ist angeboren
Schon unsere Vorfahren waren wahre Plauderer. Deshalb sind Klatsch und Tratsch fest im Gehirn verankert. Aus gutem Grund. Das Streuen von Informationen war in grauer Vorzeit wichtig für das Überleben. Wer etwas Schlechtes über Konkurrenten verbreitete, wollte damit die eigenen Chancen beim anderen Geschlecht verbessern. Noch heute faszinieren Skandale deutlich stärker als positive Nachrichten. Der Mensch sucht automatisch nach Informationen, mit denen er seine mögliche Konkurrenz ausschalten könnte.
Die Mischung macht es
Tratschen lässt sich aber nicht mit jedermann. Es kommt hier auf den richtigen Partner an. Guck mal, wer da spricht, lautet die Erfolgsformel. Der persönliche Kontakt zwischen den "Plaudertaschen" ist entscheidend für die positiven Auswirkungen des Gesprächs. Das Klatschen unter befreundeten Personen bringt für den Zusammenhalt der Gruppe mehr als ein Tratsch unter Leuten, die sich kaum kennen. Kein Zufall also, dass Freunde dabei lieber unter sich bleiben...
Wenn Gerüchte nach hinten losgehen
Gerüchte können enorme Auswirkung auf ihre Opfer haben. Forscher des Max-Planck-Instituts haben nämlich nachgewiesen, dass Gerüchte die Meinung über einen Menschen selbst dann prägten, wenn die Testpersonen neutrale Informationen über ihr Gegenüber hatten. Daher gilt: erst nachdenken, dann losplaudern. Wenn jemand ausgegrenzt oder durch Gerüchte gemobbt wird, ist Schluss mit lustig. Auch Julia kennt die Kehrseite der Medaille. "Letztens habe ich mitbekommen, dass hinter meinem Rücken über mich getuschelt wurde. Das hat ziemlich wehgetan." Häufig ziehen sich die unfreiwilligen Hauptdarsteller von Klatschgeschichten erst einmal zurück. Das ist verständlich, aber keine gute Taktik. Für Opfer eines Gerüchts, ist Angriff die beste Verteidigung. Gerüchtestreuer, die mit einer Neuigkeit groß rauskommen wollen, werden meist ganz klein, wenn sie auf ihr Verhalten angesprochen werden. Diesen Tipp wird Julia in Zukunft beherzigen. "Falls ich mitbekomme, dass über mich oder meine Freunde gelästert wird, spreche ich denjenigen direkt darauf an. Dann ist ganz klar eine Entschuldigung fällig."



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oezlem sagt
Gönn dir das IKK Azubi-Paket!:
habe es bis jet ...
18 Kommentare