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Nesthäkchen

Immer wieder fragen sich große Brüder und Schwestern: "Warum haben es unsere jüngeren Geschwister eigentlich besser als wir?" Sie dürfen mehr und werden immer bevorzugt. Was ist dran am "Neid-Faktor" und werden die Jüngsten tatsächlich immer bevorzugt?
Lara (16) ist zornig: Ihr kleiner Bruder Justin ist 14 Jahre alt und darf viel mehr als sie damals. In der letzten Woche war er bis 21.00 Uhr bei einem Freund. Und vergangenes Wochenende war er in einer Disco. "Ich habe die erste Disco an meinem 16. Geburtstag von innen gesehen", erinnert sich Lara zornig zurück. "Justin wird viel zu sehr bevorzugt - und ich verstehe nicht warum?"
Dürfen oder nicht dürfen
Ganz gleich, was die Eltern ihren Kindern erlauben oder nicht - alle Ge- und Verbote müssen sich im Rahmen des Jugendschutzgesetzes abspielen. Justin darf als Vierzehnjähriger zum Beispiel bis 22.00 Uhr in einer Disco bleiben, wenn diese zum Beispiel von einer Kirche oder dem Jugendzentrum veranstaltet wird. Normale Discotheken zählen nicht. Dennoch kommt es vor, dass auch im Rahmen dieser gesetzlichen Vorschrift, die Nesthäkchen bevorzugt werden.
Was sagen die Erwachsenen?
Die Entschuldigungen der Erwachsenen klingen fast alle gleich: "Beim ersten Kind ist man noch viel vorsichtiger und besorgter" - der Klassiker!
"Taschengeld gibt es jetzt mehr, weil wir mehr verdienen als vor ein paar Jahren. Außerdem darf Justin länger draußen bleiben, weil wir um einen Jungen weniger Angst haben, als um ein Mädchen in diesem Alter."
Der Neid-Faktor
Trotz dieser gern gebrauchten Argumente fühlt man sich als älteres Kind benachteiligt. Durch Neid entstehen unnötige Streitereien mit Eltern und Geschwistern - obwohl die Kleinen gar nichts für ihr Glück können. Aber mit anzusehen, dass der Jüngere so viel mehr darf, wofür man selber lange kämpfen musste, ist schon schwer.
Die Lösung:
Das allerbeste ist ein offenes Gespräch mit den Eltern - ohne Wut im Bauch. Denn ein sachliches Gespräch bringt einfach mehr als laute Worte. Also, erst einmal tief durchatmen und sich gut überlegen, was man sagen möchte. Man könnte beispielsweise Ereignisse aus dem Alltag schildern und erklären, warum man sich da besonders benachteiligt gefühlt hat. Zu einem guten Gespräch gehört aber auch, dass die Eltern richtig zuhören und einen auch mit seinen Sorgen ernst nehmen. Ein Tipp: Sie müssen manchmal vorsichtig daran erinnert werden, dass sie unfair handeln. Nicht immer merken sie es von allein.
Drück auch mal ein Auge zu...
... wenn die Kleinen bevorzugt werden. Für Eltern ist das erste Kind immer das Musterkind. Sie versuchen alles richtig zu machen, sind übervorsichtig und schießen schon mal über das Ziel hinaus. Beim zweiten und dritten Kind sind sie schon erfahrener und lassen einiges mehr durchgehen. Das hat Lara in ihrem Gespräch mit den Eltern auch verstehen können: Es steckt keine böse Absicht dahinter, wenn ihr kleiner Bruder Justin manchmal mehr darf als sie. Sie will versuchen, in Zukunft nicht mehr so schnell neidisch auf ihn zu sein. Zum Glück haben aber auch ihre Eltern begriffen, was Lara dabei so wütend gemacht hat. Ihnen war gar nicht klar, wie ihre Entscheidungen bei ihrer Tochter angekommen sind. Also: Ruhig mal miteinander sprechen und auch mal Nachsicht mit den eigenen Eltern haben.


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oezlem sagt
Gönn dir das IKK Azubi-Paket!:
habe es bis jet ...
18 Kommentare