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Zoff mit den Eltern?

06.12.08 0 Kommentare Bewertungen (15) Aufrufe: 986

"Räum dein Zimmer auf!", "Lern endlich für die Schule!" oder "Heute gehst du nicht in die Disco!" sind die Klassiker für den Kleinkrieg mit den Eltern. Aber warum entstehen diese Streits und wie lassen sie sich vermeiden?

Der klassische Streit

Tine ist 16 und das ihr derzeit bekannteste Geräusch ist das Knallen der Zimmertür. Endlich Ruhe, heißt es dann, bevor sie sich in gewohnter Manier deprimiert aufs Bett fallen lässt. Wieder einmal hat sie am Samstagabend den Versuch gestartet mit ihren Freunden in die Disco zu fahren. Aber noch bevor sie mit dem Stylen beginnt, beginnt ihre Mutter auf sie einzureden "Kannst du nicht einmal zu Hause bleiben und lernen, statt dich immer nur herumzutreiben?" Tine spürt plötzlich eine riesige Wut in ihrem Bauch.

Auch das Aber-alle-anderen-dürfen-doch-auch-gehen- Argument hilft ihr nicht weiter. "Du bleibst heute zu Hause, sagt ihre Mutter noch schnell", bevor Tine beleidigt die Flucht in Richtung Zimmer antritt.

Verschiedene Meinungen

"Ich verstehe das nicht", meint Tinas Mutter. Früher war sie so fleißig in der Schule, jetzt ist sie ständig unterwegs, treibt sich Nächtelang in Discotheken herum und kümmert sich sonst um kaum etwas."Tine sieht das alles ein wenig anders: "Immerhin bin ich schon 16 und möchte am Samstag auch mal ausgehen. Ich bin doch schon die ganze Woche in der Schule und lerne. Aber was ich richtig ätzend finde ist, dass sie Worte wie herumtreiben und so benutzt. Das klingt irgendwie beleidigend. Ich gehe doch einfach nur mit Freunden aus."

Viele Streitpunkte

Überall lauern sie, die Streitpunkte zwischen Eltern und Kind. Egal ob es um unaufgeräumte Zimmer geht, zu wenig für die Schule gelernt wurde oder das neue Outfit überhaupt nicht zu Mamas und Papas Weltanschauung passt. "Ein gutes Beispiel ist mein Klassenkamerad Sören", erzählt Tine. "Bei ihm zu Hause gibt es immer eine Menge Stress wegen seiner Klamotten." Sören hat sich für den Style Gothik entschieden. Seinen Eltern passt das überhaupt nicht. "Du kannst nicht rumlaufen wie Graf Dracula oder zieh das aus, wir haben doch nicht Karneval", sind nur einige der Dinge, die er täglich zu hören bekommt. Natürlich ist das kein Grund für Sören seinen Style zu ändern. "Aber das geht doch nicht, empört sich seine Mutter, was ist denn, wenn der Junge sich bald um eine Ausbildungsstelle bewerben muss. Der kann sich ja höchstens in der Geisterbahn bewerben!" Sören blockt immer mehr ab.

Ein ruhiges Gespräch!

Tine, Sören und ihre Familien sind Musterbeispiele in Sachen Eltern-Kind-Streit. Jeder sagt kurz und bündig seine Meinung. Die Meinungen sind natürlich so gegensätzlich, dass sie zweifelsohne aufeinanderprallen müssen und so Wut und Zorn bei beiden Streitparteien auslösen. Doch damit ist niemandem geholfen, die Situation bleibt die gleiche. Mit der Zeit hat Tine jedoch herausgefunden, dass sie mit Sturheit und Streit nicht weiter kommt. Der einzige Weg schein ein Gespräch mit den Eltern zu sein. Weder Kinder noch Eltern sollten dabei laut oder beleidigend werden. Und damit beide Seiten mit der Situation zufrieden sind, ist ein Kompromiss die beste Lösung. Denn manchmal kommt es beiden Seiten vor allem darauf an, von den anderen ernst genommen zu werden. Tine setzt sich inzwischen regelmäßig mit ihrer Mutter zusammen und berichtet ihr frühzeitig von ihren Wochenendplänen. Sie ist vernünftig, ruhig und weiß, dass sie laut Jugendschutzgesetz um 24:00 Uhr die Disco verlassen muss. "Ich bin erstaunt wie ruhig wir das alles klären konnten", freut sich ihre Mutter. Auch sie hat versucht, sich zurückzuhalten und Verständnis zu haben. Auch Sören hat eingesehen, dass er sein Outfit nicht immer und überall tragen kann, wie zum Beispiel bei Bewerbungsgesprächen. "Es hat zwar eine Zeit gedauert, bis meine Eltern verstanden habe, dass ich in der Freizeit tragen kann, was ich möchte, aber durch den Kompromiss ist etwas mehr Frieden bei uns eingekehrt", erzählt der 16-jährige.


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