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Cybermobbing - Netz des Grauens

31.08.11 0 Kommentare Bewertungen (0) Aufrufe: 926

Pöbelei auf dem Pausenhof, Kleinkrieg im Klassenzimmer, Miesmacherei in der Mensa – Mobbing gibt es überall. Immer häufiger spielt es sich aber im Internet ab. spleens sagt dir, was du dagegen tun kannst.


Lange dunkle Haare, 15 Jahre alt: Phoebe Prince war Anfang 2010 gerade mit ihrer Familie aus Irland in die USA gezogen, in ein kleines Städtchen in der Nähe von Boston, wo sie zur Highschool ging. Eines Tages fand die kleine Schwester Phoebe im Treppenhaus. Erhängt. Selbstmord - weil ihre Mitschülerinnen der 15-Jährigen das Leben zur Hölle gemacht hatten. Sie beschimpften, beleidigten, verfolgten Phoebe nahezu ständig - auch im Internet.

Der Fall Phoebe Prince ist ein ganz besonders krasser. Allerdings ist Cybermobbing, das Fertigmachen im Internet, auch bei uns mittlerweile ein echtes Problem. Vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook und schuelerVZ oder Messaging-Diensten wie ICQ. Dort ist es allzu leicht, sich öffentlich über einen Klassenkameraden lustig zu machen, fiese Sprüche über die Exfreundin zu posten oder seinen Lieblingsfeind über verlinkte Fotos bloßzustellen. Sogar Lehrer sind manchmal von Cybermobbing-Attacken betroffen.

Mehr Mädchen als Jungen

Rund ein Fünftel der Schüler gab bei einer Studie der Universität Hohenheim im Raum Stuttgart an, schon einmal Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht zu haben. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungs, die aber auch gemobbt werden. "Jungs lassen sich das häufig nicht anmerken, aber leiden teilweise ganz massiv darunter", sagt Moritz Becker vom Verein smiley e. V., der Kurse für Schulklassen und Lehrer zum Thema anbietet.

Gefährlich ist Cybermobbing vor allem deshalb, weil man sich ihm nur schwer entziehen kann. Soziale Netzwerke und Foren sind 24 Stunden am Tag aktiv. Wer sich hier abkapselt, hat Angst zum Außenseiter zu werden. Wer hingegen zu viel preisgibt, macht sich leichter angreifbar. Vor jedem Posting sollte daher immer kurz innegehalten und überlegt werden, rät Experte Becker: "Würde ich das auf einer Bühne vor allen Mitschülern und Lehrern genauso sagen?" Wer diese Frage mit Ja beantwortet, kann getrost auf den "Absenden"-Button klicken.

Rauswurf aus der Community

Opfer von Mobbingattacken sollten sich auch an den Betreiber der jeweiligen Website wenden. Die spleens.de-Redaktion zum Beispiel ist deshalb immer per E-Mail erreichbar und sorgt so bei Beschwerden schnell für Hilfe. Klar ist: Wer in der spleens-Community pöbelt und beleidigt, fliegt raus.

In richtig schweren Mobbingfällen kann sogar eine Strafanzeige sinnvoll sein. Doch oft handelt es sich einfach um Missverständnisse, um unüberlegte Kommentare und blöde Sprüche, die gar nicht so gemeint waren. Dann seien "klärende Gespräche und Entschuldigungen viel sinnvoller", meint Becker. In solchen Fällen könne eine Klasse sogar gestärkt aus dem Streit hervorgehen. Deshalb: Nicht übereinander, sondern miteinander reden.

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