Szene
Mein Leben als Fußballprofi

Foto: Pascal Skwara
Die Fangesänge schallen bis in den langen Spielertunnel des Berliner Olympiastadions. Die Aufregung steigt, es fängt an zu kribbeln. Und dann geht es raus, 25.000 Fans begrüßen die Mannschaften, die Nationalhymne erklingt und Andre Hoffmann weiß, dass dies ein ganz besonderer Moment ist. spleens sagt, wie es ist, mit 18 schon ein Profisportler zu sein.
„Eine tolle Erfahrung, die ich nie vergessen werde“, schwärmt Andre noch heute von dem Fußballländerspiel der deutschen U16 gegen Frankreich. Zwei Jahre ist das her und seitdem ist einiges passiert bei dem Fußballer. Sein bislang größter Erfolg: Ein Profivertrag beim MSV Duisburg. „Darauf bin ich mächtig stolz. Die Unterschrift war ein ganz wichtiger Schritt für mich und meine Karriere“, weiß Andre. Denn: „Als Profi kommt eine Menge Arbeit auf mich zu.“
Zwischen Klassenzimmer und Fußballplatz
Doch bis sich der gebürtige Essener voll und ganz auf seine Sportlerkarriere konzentrieren kann, nimmt auch die Schule einen Großteil seines Lebens ein. Und die Doppelbelastung fordert viel von dem Abwehrspieler. „Es ist enorm anstrengend und ich muss auf einiges verzichten“, erklärt Andre. Schule und Sport bestimmen fast den kompletten Tagesablauf, die Zeit für Freizeit und Freunde ist begrenzt. „Gerade solche gemeinsamen Momente wie Weihnachten mit der Familie genieße ich dann doppelt.“ Mit Freunden geht er deshalb am liebsten etwas essen oder trinken, denn dann „haben wir die Chance, auch wirklich zu quatschen“. Sport mit den Jungs ist da eher nicht drin. „Doch hier bin ich ohnehin gut ausgelastet“, lacht der angehende Abiturient.
Die Motivation hat ihm nie gefehlt. „Man muss einfach der Typ dafür sein, dass man für seinen Sport so diszipliniert lebt. Und die Erfolge spornen mich weiter an.“ Genau wie die Erfahrungen, die Andre machen darf. „Mit der deutschen U18-Nationalmannschaft waren wir in Israel. Land und Leute haben mich sehr beeindruckt. Solche Begegnungen mit Spielern aus anderen Nationen prägen sehr. Das möchte ich nicht missen.“
Klassenarbeit auf Reisen
Wenn alles glatt geht, will Andre 2012 sein Abi in der Tasche haben. Geholfen hat ihm auch die Unterstützung an der Essener Frida-Levy-Gesamtschule. „Die Lehrer stärken mir immer den Rücken. Ich werde oft freigestellt und muss dann unterwegs lernen, deshalb ist das Verständnis sehr wichtig.“ Auch der Deutsche Fußballbund (DFB) achtet auf die schulischen Leistungen seiner Nachwuchsspieler. „Wenn wir auf Lehrgängen oder Länderspielreisen sind, begleiten uns Lehrer. Ich habe sogar mal eine Bioklausur im Hotel geschrieben. Die wurde dann versiegelt an meine Schule geschickt. Das war ziemlich kurios.“
Auf Unterstützung kommt es an
„Ich konnte immer auf meine Eltern zählen, die haben mich ständig gefahren, mich angefeuert und meine Entscheidungen unterstützt.“ Genau wie seine Freundin, mit der Andre seit anderthalb Jahren glücklich ist.
Der Papa hat die Karriere sogar ins Rollen gebracht. Als Andre mit drei Jahren in den Fußballverein ging, war Vater Hoffmann sein Trainer. „Später war er aber dann nur noch der Papa am Rand“, lacht Andre. Den Sprung zum MSV schaffte der Schüler 2002, als er bei einem Jugendturnier von Talentscouts beobachtet wurde. „Ich wurde zum Probetraining eingeladen und seitdem bin ich stolz darauf, ein Zebra zu sein.“ Und das ziemlich erfolgreich: Bei der A-Jugend gehört er zum festen Stamm, mit den Profis trainiert er, wenn es die Schule erlaubt. Auch ins Trainingslager ist er bereits zweimal mit dem Zweitligateam gereist. Schafft der MSV den Aufstieg, könnte Andre bald in der Eliteliga auflaufen. Sein Vertrag läuft mindestens bis 2013. „Darüber will ich noch nicht nachdenken. Ich plane Schritt für Schritt. Aber ein Einsatz bei den Profis ist natürlich das Ziel. Dafür arbeite ich hart und konzentriert. Täglich und in allen Bereichen.“
Große Ehre und beste Aussichten
Die Chancen stehen sicher alles andere als schlecht. Im vergangenen Jahr wurde Andre die Fritz-Walter-Medaille in Silber verliehen – eine Auszeichnung für Talente, die in ihren Clubs und Nationalteams menschlich und sportlich überzeugt haben. Einer, der ihn als Spieler begeistert, ist übrigens der Dortmunder Mats Hummels. „Der hat für sein Alter Erstaunliches erreicht.“ Das kann man von dem sympathischen Nachwuchsstar auch behaupten. Und wer weiß, wann ihm der nächste Schauer im Spielertunnel über den Rücken läuft und er das große Kribbeln spürt …




























Kommentare zu diesem Artikel
M-Neuer sagt
mhm ja mit dem zu viel Geld hats du recht...und was sich dann noch manche erlauben...
ich hab das dem neuer auch mal eisklat gesgat, war mir aber dann total peinlich und alle haben gelacht ^_^
12. März 2011 um 19:04 Kommentar melden
NewLi sagt
dreckigen fußballer... die verdienen zu viel geld .o
11. März 2011 um 20:53 Kommentar melden
M-Neuer sagt
Wann gibt es denn die neue Ausgabe von Spleens? Freue mich schon auf diesen Artikel =)
11. März 2011 um 20:51 Kommentar melden